Ein Tropfen alle paar Sekunden wirkt harmlos. Aber Wasser, das rund um die Uhr läuft, summiert sich – und die still durchlaufende Toilette ist der heimliche Spitzenreiter, weil man sie oft gar nicht bemerkt. Hier steht, was kleine Lecks wirklich kosten, was Sie selbst beheben und wann sich der Klempner lohnt.
Was ein Leck wirklich kostet
Trinkwasser inklusive Abwasser kostet in Deutschland im Schnitt rund 4,40 € pro Kubikmeter, also etwa 0,44 Cent pro Liter (co2online). Klingt nach nichts – bis man rechnet:
- Tropfender Hahn: Ein Tropfen alle zwei Sekunden ergibt rund 1.500 Liter im Jahr, ein Tropfen pro Sekunde über 3.000 Liter. Je nach Tropfrate und Wasserpreis sind das bis zu etwa 100 Euro jährlich.
- Laufende Toilette: Hier wird es teuer. Ein durchlaufender Spülkasten verliert 50 bis 400 Liter am Tag. Bei rund 200 Litern täglich kommen etwa 73.000 Liter im Jahr zusammen – meist 150 bis 250 Euro, im Extremfall mehr.
Die laufende Toilette ist deshalb so tückisch, weil das Wasser oft leise die Rückwand des Beckens herunterläuft. Ein einfacher Test: Geben Sie etwas Lebensmittelfarbe in den Spülkasten. Färbt sich das Beckenwasser ohne Spülen, läuft Wasser durch.
Die häufigsten Ursachen
Wasserhahn. Beim modernen Einhebelmischer ist fast immer die Kartusche verkalkt oder verschlissen. Bei alten Zweigriff-Armaturen ist es die Ventildichtung. Beides ist normaler Verschleiß.
WC-Spülkasten. Drei Klassiker: ein defektes Schwimmerventil (das Zulaufventil schließt nicht mehr), eine poröse Heberglocken-Dichtung (Wasser läuft dauerhaft ins Becken) oder eine klemmende, verkalkte Ablaufgarnitur.
Was Sie selbst machen können
Vieles davon ist Heimwerker-Terrain – vorausgesetzt, Sie drehen zuerst das Eckventil zu:
- Dichtungen kosten 3 bis 8 Euro und sind schnell getauscht.
- Schwimmer- und Ablaufteile liegen bei 8 bis 15 Euro.
- Kartuschen lassen sich bei vielen Armaturen selbst ersetzen; verkalkte Teile hilft ein Essigbad.
Wenn Sie den passenden Kartuschentyp nicht sicher bestimmen können oder Teile festsitzen, sparen Sie sich Frust und rufen den Fachbetrieb.
Wann der Klempner ran sollte
Nicht alles ist ein Fall für die Zange:
- Unterputz-Spülkasten in der Wand – hier ist der Zugang heikel.
- Leitungsschäden oder Feuchtigkeit in der Wand.
- Festsitzende oder korrodierte Armaturen, die beim Lösen abreißen könnten.
Die Reparaturkosten sind überschaubar: eine nachlaufende Spülung liegt bei etwa 100 bis 150 Euro, ein Kartuschentausch am Hahn ab rund 58 Euro. Gemessen an 150 bis 250 Euro Wasserverlust pro Jahr rechnet sich die Reparatur oft schon nach wenigen Monaten.
Wer zahlt in der Mietwohnung?
Tropfender Hahn und Spülmechanik zählen zu den Teilen, die Mieter täglich bedienen. Bei einer wirksamen Kleinreparaturklausel trägt der Mieter Kleinreparaturen bis etwa 100 bis 150 Euro je Einzelfall, begrenzt auf einen Anteil der Jahresmiete. Ohne wirksame Klausel oder bei größeren, verdeckten Schäden – etwa in der Wand – zahlt der Vermieter. Verkalkte Bauteile gelten oft nicht als vom Mieter beeinflussbar.
Ein Leck, das Sie nicht selbst in den Griff bekommen? Wir tauschen Kartusche, Dichtung oder Spülgarnitur schnell und sauber. Anfrage stellen oder anrufen: 04182 5827.
Quellen & weiterführende Informationen
- co2online: Durchschnittlicher Wasserverbrauch und Kosten
- blitzrechner.de: Tropfender Wasserhahn – Verbrauch und Kosten
- immoportal.com: Kleinreparaturklausel – Grenzen und Pflichten
Weiterführend im Magazin: Rohrverstopfung: Ursachen und was hilft · Warmwasser bleibt kalt: Ursachen