NBank-Förderung Niedersachsen: So kombinieren Sie BAFA und Landesmittel für die Wärmepumpe

Taschenrechner auf Geldscheinen
Foto: Jakub Żerdzicki auf Unsplash

Wer in Niedersachsen eine Wärmepumpe einbaut, lässt oft Geld liegen. Die NBank fördert ergänzend zu BAFA und KfW – wenn man die Reihenfolge kennt. Praxis-Anleitung mit Beispiel-Rechnung.

Wer in Niedersachsen über den Einbau einer Wärmepumpe nachdenkt, kennt meist die BAFA-Förderung (Bundesförderung für effiziente Gebäude, BEG-EM). Was viele nicht wissen: Auf Landesebene gibt es ergänzende Programme der NBank (Investitions- und Förderbank Niedersachsen), die mit der BAFA-Förderung kombiniert werden können. Wer die Reihenfolge stimmt, holt sich teilweise mehrere tausend Euro zusätzlich.

In Tostedt und im Landkreis Harburg ist das besonders relevant – viele Bestandsbauten aus den 1960er–1980er Jahren sind Förder-Kandidaten erster Klasse.

Die drei Förderebenen im Überblick

Bei einer Wärmepumpe können Sie in Niedersachsen drei Ebenen ansprechen:

  1. BAFA-Zuschuss (BEG-EM) – bis zu 70 % der förderfähigen Investitionskosten
  2. KfW-Ergänzungskredit 358/359 – zinsgünstiges Darlehen für den Eigenanteil
  3. NBank-Programme – Landesmittel für bestimmte Zielgruppen und Sonderfälle

Die wichtigste Reihenfolge: BAFA-Antrag immer zuerst, bevor Sie den Auftrag an den Heizungsbauer geben. Sonst verfällt der Anspruch komplett.

BAFA: Die Basis – wie viel kommt da realistisch?

Die BAFA-Förderung setzt sich aus mehreren Bausteinen zusammen:

  • Grundförderung: 30 % der förderfähigen Kosten
  • Klimageschwindigkeitsbonus: +20 %, wenn eine funktionierende Öl- oder Gasheizung älter als 20 Jahre ersetzt wird
  • Einkommensbonus: +30 % für Haushalte mit zu versteuerndem Jahreseinkommen bis 40.000 Euro
  • Effizienzbonus: +5 %, wenn ein natürliches Kältemittel (z.B. R290 Propan) verwendet wird

Maximal sind 70 % möglich. Die förderfähigen Kosten sind bei einem Einfamilienhaus auf 30.000 Euro gedeckelt.

Beispiel: Wärmepumpe für 30.000 Euro Brutto, Einkommen unter 40.000 Euro, alte Ölheizung > 20 Jahre, R290-Kältemittel:

  • Grundförderung: 9.000 Euro
  • Klimageschwindigkeitsbonus: 6.000 Euro
  • Einkommensbonus: 9.000 Euro
  • Effizienzbonus: 1.500 Euro
  • Summe: 25.500 Euro Zuschuss = 85 %

Achtung: Der Gesamt-Zuschuss ist auf 70 % gedeckelt – in diesem Beispiel sind es also maximal 21.000 Euro.

NBank: Wo Niedersachsen on top etwas drauflegt

Die NBank fördert nicht direkt die Wärmepumpe, sondern unterstützt drumherum. Drei Programme sind 2026 für Wärmepumpen-Kund/innen relevant:

1. ProKlima-Programm (kommunal in einigen Regionen)

In einigen Gemeinden des Landkreises Harburg gibt es kommunale Förder-Töpfe für Klimaschutz-Maßnahmen. Buchholz und Winsen haben in den letzten Jahren mehrfach ergänzende Programme aufgelegt. Aktuell laufende Programme können sich monatlich ändern – wir prüfen das bei jedem Förderantrag mit.

2. NBank-Ergänzungskredit für Sanierung

Wenn neben der Wärmepumpe weitere energetische Maßnahmen anstehen (Dämmung, Fenster), kann der NBank-Ergänzungskredit mit einem niedrigen Zinssatz die Eigenkapital-Lücke schließen.

3. Härtefall-Förderung NBank

Für Haushalte, die unter besonderen Bedingungen sanieren (z.B. nach Heizungsausfall, ohne Eigenmittel), gibt es Härtefall-Töpfe. Das ist kein Standard-Programm, sondern wird im Einzelfall geprüft.

Die Stack-Reihenfolge: was wann beantragt wird

Damit nichts verloren geht, gilt diese Reihenfolge:

  1. BAFA-Antrag vor jeder Beauftragung des Heizungsbauers (sonst Förderung futsch)
  2. Förder-Zusage abwarten – kein Vertrag mit dem Handwerker bis dahin
  3. Auftrag an den Heizungsbauer
  4. KfW-Ergänzungskredit – kann auch noch nachträglich beantragt werden, aber bevor die Anlage in Betrieb geht
  5. NBank-Programme – je nach Programm vor oder während der Maßnahme

Der häufigste Fehler: Auftrag wird vergeben, dann fällt jemandem die Förderung ein. Geht nicht. Die BAFA-Antragstellung vor Vertragsschluss ist hartes Ausschlusskriterium.

Was bedeutet das konkret für ein Haus in Tostedt oder Buchholz?

Beispielrechnung für ein Einfamilienhaus aus 1975 in Buchholz, das eine 25 Jahre alte Gasheizung ersetzt:

PositionBetrag
Wärmepumpen-Investition (Brutto)32.000 €
Förderfähige Kosten (Deckel 30.000 €)30.000 €
BAFA Grundförderung 30 %-9.000 €
BAFA Klimageschwindigkeitsbonus 20 %-6.000 €
BAFA Effizienzbonus 5 %-1.500 €
Förderdeckel 70 %(-3.500 € gestrichen)
Tatsächlicher BAFA-Zuschuss-21.000 €
Eigenanteil nach BAFA11.000 €
Optional: KfW-Ergänzungskredit 358bis 120.000 € möglich

Der Eigenanteil von 11.000 Euro lässt sich über den KfW-Ergänzungskredit 358 zinsgünstig finanzieren – die Konditionen sind 2026 deutlich besser als marktübliche Sanierungs-Kredite.

Worauf Sie achten sollten

  • Antrag vor Auftragserteilung – sonst keine Förderung
  • Energieeffizienz-Experte (EEE) – muss den Antrag mit unterstützen (Listung bei der dena)
  • Fachunternehmer-Erklärung – wir als Meisterbetrieb stellen die aus
  • Verwendungsnachweis – nach Fertigstellung müssen Rechnungen und Inbetriebnahme-Protokoll eingereicht werden
  • Frist – der Verwendungsnachweis muss spätestens 36 Monate nach Bewilligung vorliegen

Was wir für Sie übernehmen

Wir koordinieren den Förder-Prozess gemeinsam mit Ihnen:

  • Förderhöhe vor dem Angebot durchrechnen
  • BAFA-Antrag vorbereiten (mit Energieeffizienz-Experten)
  • Fachunternehmer-Erklärung ausstellen
  • NBank-Programme aktuell prüfen
  • Verwendungsnachweis nach Fertigstellung

Wenn Sie in Tostedt, Buchholz oder im Landkreis Harburg eine Wärmepumpe planen und unsicher sind, was förderfähig ist und wie viel realistisch übrig bleibt – rufen Sie kurz an. Das Vorabgespräch ist kostenlos. Wir rechnen für Ihr Haus eine realistische Förder-Kalkulation, bevor Sie etwas unterschreiben.

Geschrieben von Jens Stöver

Klempnermeister & Inhaber der Bauklempnerei Stöver in Tostedt. Seit über 30 Jahren im Handwerk, Familienbetrieb seit 1968.

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