Wer den Hahn aufdreht und sofort warmes Wasser bekommt, hat meist eine Zirkulationspumpe im Keller. Sie ist ein echter Komfortgewinn – kann aber, wenn sie alt und ungeregelt rund um die Uhr läuft, ein stiller Kostentreiber sein. Wie Sie den Komfort behalten und trotzdem sparen, ohne dabei den Legionellenschutz zu gefährden, erklären wir hier. Denn genau dieser Punkt wird online oft gefährlich falsch dargestellt.
Was die Zirkulation macht
Ohne Zirkulation kühlt das Wasser in den Leitungen aus. Beim Aufdrehen läuft erst das kalte Wasser weg, bis endlich warmes kommt – Zeit- und Wasserverschwendung, gerade bei langen Wegen zum Bad. Eine Zirkulationsleitung führt das warme Wasser in einem Ring vom Speicher bis kurz vor die Zapfstelle und wieder zurück, die Zirkulationspumpe hält es in Bewegung. So kommt sofort warmes Wasser.
Der Komfort hat aber eine Kehrseite, die man kennen sollte.
Der versteckte Energiefresser
Eine Zirkulationspumpe verursacht zwei Kosten: den Stromverbrauch der Pumpe und die Wärmeverluste der ständig warmgehaltenen Leitungen. Der Unterschied zwischen alt und modern ist dramatisch:
| Pumpentyp | Stromverbrauch pro Jahr | Stromkosten (0,40 €/kWh, Dauerlauf) |
|---|---|---|
| Alte ungeregelte Dauerpumpe (~30 W) | bis 500 kWh | ca. 105 € |
| Moderne Hocheffizienzpumpe (~5 W) | 50 – 100 kWh | ca. 18 € |
Dazu kommen die Wärmeverluste der warmen Leitungen. co2online beziffert das gesamte Einsparpotenzial durch Optimierung mit rund 105 € pro Jahr für einen Vier-Personen-Haushalt. Warmwasser macht ohnehin rund 12 Prozent des Energieverbrauchs eines Haushalts aus – die Zirkulationsverluste sind ein oft unterschätzter Teil davon.
Richtig sparen – über Steuerung, nicht über Temperatur
Jetzt kommt der entscheidende Punkt. Es gibt einen richtigen und einen gefährlichen Weg zu sparen.
Der richtige Weg:
- Zeitschaltuhr oder Zeitsteuerung: Die Pumpe läuft nur zu den Nutzungszeiten – morgens und abends – statt rund um die Uhr.
- Temperatursteuerung über einen Rücklauffühler: Die Pumpe läuft nur, bis die Soll-Temperatur erreicht ist.
- Bedarfsgeführte Pumpen, die sich dem Nutzungsprofil automatisch anpassen.
- Austausch der alten Pumpe gegen eine Hocheffizienzpumpe – das allein spart den Großteil des Pumpenstroms.
- Leitungen dämmen, damit weniger Wärme verloren geht.
Die Hygiene-Grenze: Legionellenschutz
Der gefährliche Weg wäre, einfach die Temperatur zu senken, um Wärme zu sparen. Das ist ein Gesundheitsrisiko. Legionellen vermehren sich im lauwarmen Bereich. Deshalb schreibt das technische Regelwerk (DVGW W 551, Grundlage der Trinkwasserverordnung) klare Mindesttemperaturen vor:
Der Speicher muss am Austritt mindestens 60 °C liefern, und das zirkulierende Wasser darf um höchstens 5 Kelvin auskühlen – überall im System also mindestens 55 °C.
Wer diese Temperaturen zum Sparen dauerhaft unterschreitet, riskiert eine gefährliche Verkeimung. Gespart wird über die Zeit- und Bedarfssteuerung sowie effiziente Technik – niemals über zu niedrige Temperaturen.
Kleinanlage oder Großanlage?
Wie viel Spielraum Sie bei der Zeitschaltung haben, hängt von der Anlagengröße ab:
- Kleinanlage (Ein- und Zweifamilienhaus, oder Speicher bis 400 l und bis 3 l Leitungsinhalt): hier haben Sie viel Spielraum, die Zirkulation bedarfsgerecht per Zeitschaltuhr zu steuern.
- Großanlage (über 400 l Speicher oder über 3 l Leitungsinhalt, typisch im Mehrfamilienhaus): hier darf die Zirkulation aus Hygienegründen nur maximal 8 Stunden pro Tag reduziert werden – mindestens 16 Stunden muss sie im geforderten Temperaturbereich laufen.
Zum Zusammenspiel von Temperatur und Hygiene haben wir auch einen Beitrag zur Legionellenprüfung.
Für wen sich die Zirkulation lohnt
Sinnvoll ist sie in großen Häusern mit verzweigter Installation, langen Wegen vom Keller zum entfernten Bad und mehreren Etagen oder Bädern. Verzichtbar ist sie oft bei kurzen Leitungswegen und in kleinen Wohnungen, wo der Warmwasserbereiter ohnehin nah an der Zapfstelle sitzt – dort verursacht eine Zirkulation nur Verluste ohne echten Komfortgewinn.
Was das kostet
Eine Hocheffizienz-Zirkulationspumpe kostet als Bauteil etwa 100 bis 200 €, mit Einbau grob 250 bis 500 €, je nach Zugänglichkeit. Eine Zeitschaltuhr ist günstig oder bereits in Pumpe oder Heizungsregelung integriert. Ersetzt man eine alte Dauerpumpe, amortisiert sich der Tausch über die Stromersparnis meist in wenigen Jahren.
Was wir für Sie tun
Wir nehmen den Bestand auf – Pumpentyp, Alter, Laufzeiten, vorhandene Steuerung, Speichertemperatur und Anlagengröße – tauschen die ungeregelte Altpumpe gegen eine Hocheffizienzpumpe, programmieren eine bedarfsgerechte Zeit- oder Temperatursteuerung und stellen dabei die Hygienetemperaturen sicher. Auf Wunsch prüfen wir auch die Dämmung der Warmwasserleitungen. So sparen Sie Energie, ohne beim Legionellenschutz Kompromisse zu machen.
Unser Rat
Wenn bei Ihnen noch eine alte Pumpe rund um die Uhr surrt, ist der Tausch gegen eine geregelte Hocheffizienzpumpe eine der Maßnahmen, die sich schnell rechnen. Lassen Sie sich aber nicht zu Spartipps verleiten, die die Temperatur senken – das ist beim Warmwasser der falsche Hebel. Wir zeigen Ihnen den sicheren Weg.
Anfrage starten oder anrufen: 04182 5827.
Quellen & weiterführende Informationen
- co2online: Zirkulationspumpe für Warmwasser – lohnt sich das?
- Verbraucherzentrale: Kosten für Warmwasser senken
- Umweltbundesamt: Bewusster Umgang mit Warmwasser schont Umwelt und Geldbeutel
- DVGW: Arbeitsblatt W 551 und die 3-Liter-Regel (Groß-/Kleinanlage, Temperaturen)
Weiterführend im Magazin: Legionellenprüfung: Wer prüfen lassen muss · Energie sparen an der Heizung: Sofortmaßnahmen · Wasserhärte im Landkreis Harburg